Sunday Sounds: Rosa Anschütz – Rigid

Ich bin mal wieder richtig spät dran. Ein Remix von Kobosil hat mich zu Rosa Anschütz gebracht. Anschütz (ob sie wohl mit Ottomar Anschütz, einem Pionier auf dem Feld der Foto- und der Projektionstechnik, in einem Verwandtschaftsverhältnis steht?) wohnt in Berlin/Wien und studiert transmediale Kunst. Dementsprechend breit aufgestellt sind ihre Werke, irgendwo an der Schnittstelle zwischen Musik, Lyrik, VR und Installationen. Mir persönlich kommt es jedoch so vor, als würden ihre Texte eine prominente Rolle in ihrem Werkrepertoire einnehmen. Ihre Gedichte sind mal mehr mal weniger greifbar und selbst im kryptischen Modus offenbaren sie den Versuch, vielleicht sich selbst, definitiv jedoch ihre Umgebung expressiv zu erfassen, zu sortieren und letztlich zu verstehen? An dieser Stelle enden meine rudimentären und vom Studium geschädigten Interpretationsskills.

„Tiefe findet man auch in Trauer oder Schmerz wieder und das finde ich interessanter festzuhalten.“

Rosa Anschütz

Dennoch glaube ich, dass sich genau dieser Ansatz auf Ihrer aktuellen Veröffentlichung Rigid wiederfindet. Umgeben von musikalischen Verweisen auf Drone, Wave, Industrial und einer dystopischen Variante von Boards Of Canada, die mindestens ein ebenso grundstabile, psychedelische Qualität besitzt, steht die Stimme von Rosa Anschütz im Zentrum von Rigid. Die erinnert bzgl. Stimmlage entfernt an Tropic Of Cancer, ohne den charakteristischen oder vielleicht auch klischeehaften Waveeinschlag allzu stark in den Vordergrund zu rücken und unterstreicht im allerbesten Sinne den (Achtung, Klischee again!) melancholisch nachdenklichen Vibe ihrer Texte. Wer dabei noch eine visuelle Ergänzung braucht, dem empfehle ich das ziemlich gruselige Video zum Überhit „Rigid“. Eine Schande, dass die Tracks nicht auf Platte veröffentlicht wurden! 

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